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Traditionelle Bewässerung

Waaler bei der Arbeit. (Foto: Heimatpflegeverband Südtirol)
Waaler bei der Arbeit. (Foto: Heimatpflegeverband Südtirol)

Die UNESCO hat die Traditionelle Bewässerung zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Das transnationale Erbe betrifft Belgien, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, die Schweiz und Deutschland.

Seit 2023 ist die Traditionelle Bewässerung als transnationales Element in der Repräsentativen Liste des Immateriellen Kulturerbes eingetragen (18.COM).

Die traditionelle Wiesenbewässerung nutzt die Schwerkraft und manuell angelegte Strukturen wie Kanäle und Gräben, um das Wasser von natürlich vorkommenden Wasservorkommen (Quellen, Bäche oder Gletscher) in Wiesen zu leiten. Dazu werden bestimmte Tage und Zeiten festgelegt, an denen das Wasser manuell umgeleitet wird. Der Beginn oder das Ende der Bewässerungssaison wird häufig von gesellschaftlichen Zusammenkünften und Festen begleitet.

Um diese Bewässerungsmethode effizient anwenden zu können, ist eine umfassende Kenntnis über die natürliche Landschaft, den Wasserfluss und die Wetterverhältnisse erforderlich. Ebenso müssen die Verantwortlichen für die Wasserverteilung (Landwirte und Grundeigentümer) und die Verantwortlichen für die Instandhaltung der physischen Strukturen eng zusammenarbeiten.

Das Wissen über die Bewässerung wird meist durch Beobachtung und Anleitung von erfahrenen Mitgliedern informell an die jüngere Generation weitergegeben. Auch Genossenschaften, Verbände, Wissenschaftler und Institutionen spielen eine wichtige Rolle bei der Wissensübermittlung.

Für die Beteiligten sind die Traditionelle Bewässerung und die damit verbundenen jahrhundertealten Bewässerungskanäle identitätsstiftend. Die Methode der Wiesenbewässerung ist mit einem eigenen Vokabular verbunden. Das erforderliche Wissen, wie das Verständnis des Mondzyklus auf den Wasserfluss und die Fertigkeiten in der Holzbearbeitung, kann auch auf andere Aspekte des Lebens ebenso wie auf benachbarte Gemeinschaften übertragen werden.

Südtirol

In Südtirol wurde das traditionelle „Wiesenwassern“ auf der Malser Haide anerkannt. Darunter versteht man das Fluten von Wiesen mit Hilfe von Bewässerungsgräben, den sogenannten Waalen.

Waale und die Flutungen lassen im niederschlagsarmen Obervinschgau eine Fläche von rund 400 Hektar fruchtbar werden und schaffen so einen ökologischen Lebensraum mit reicher Flora und Fauna.

Dankesvideo der Förderer der Kandidatur

Traditionelle Bewässerung auf der Malser Haide

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