Gewässer und Quellen
Beschreibungen der Pflanzengesellschaften in Gewässern und Quellen (Lasen C., 2017)
- Stehendes Gewässer mit Unterwasservegetation ohne Gefäßpflanzen (Charetea)
- Dystrophe Weiher und kleine Seen (Utricularietea intermedio-minoris)
- Untergetauchte Wasserpflanzengesellschaften (Potamion pectinati)
- Im Boden wurzelnde Schwimmpflanzenbestände (Nymphaeion albae)
- Frei schwimmende Wasserpflanzengesellschaften (Lemnetea minoris)
- Vegetation der Fließgewässer (Ranunculion fluitantis)
- Gebirgsbäche mit vorherrschender Moosvegetation
- Colline bis montane Kalkquellfluren mit Tuffbildung (Adiantion)
- Hochmontane bis alpine Quellfluren auf Kalk und Dolomit (Cratoneurion)
- Kalkarme Weichwasserquellfluren (Cardamino-Montion, Dermatocarpion, Epilobio-Montion, Caricion remotae)
Stillgewässer, Fließgewässer und Quellen stellen die drei wichtigsten Kategorien von Wasserlebensräumen dar. Die einzelnen Lebensräume weisen zum Teil beachtliche ökologische Unterschiede auf. Entsprechend beherbergen sie verschiedene Pflanzengesellschaften:
- mit frei schwimmenden oder am Grund verankerten Pflanzenarten
- mit an eutrophen, oligo- oder dystrophen Bedingungen angepassten Arten oder
- mit Arten, die Perioden der Austrocknung überleben können.
Wasserlebensräume von großer ökologischer Bedeutung. Sie liefern Hinweise auf den Zustand der Umwelt. Speziell ermittelte Indikatorwerte erlauben Aussagen über deren Nährstoffgehalt oder eventuell vorhandene Störungen durch den Menschen.
Dies trifft auch für verarmte Gesellschaften zu, die kaum von floristischem oder vegetationskundlichem Interesse sind. Man findet derartige Gesellschaften vor allem in der Talsohle und in landwirtschaftlichen Nutzflächen. Diese können aber für faunistische Gemeinschaften und die allgemeine Biodiversität von ausschlaggebender Wichtigkeit sein. In dieser Hinsicht verdienen sie es, in jeder Talschaft erhoben zu werden. Es sollte ihrer weiteren Verarmung und Dezimierung Einhalt geboten werden. Zudem sollten Maßnahmen zu ihrer Wiederherstellung und Renaturierung gefördert werden, weil sie grundlegend für die Biotop-Vernetzung sind. Wasserflächen in Senken und Becken tendieren zu verlanden. Folgen in unterschiedlichen Tiefen mehrere Pflanzengemeinschaften aufeinander, ist dies Ausdruck der Intaktheit und des ökologischen Wertes eines Standortes.
Die Gefährdungen, die den Fortbestand dieser Lebensräume bedrohen, sind vielfältig. Zum Teil sind sie auch natürlichen Ursprungs. Besonders in Seen und Weihern sammeln sich Umweltgifte und Düngemittel aus den umliegenden Hängen an. Wasserfassungen, Eingriffe zur Bodenverbesserung sowie Entwässerungen verändern die ökologische Beschaffenheit dieser Lebensräume und bewirken deren fortschreitendes Verschwinden. Dies gilt auch für Hochlagen. Letztlich wirkt sich der anthropogene Druck negativ auf die Funktionsfähigkeit dieser Lebensräume aus. In der Regel verarmen und versiegen fragmentierte, nicht zusammenhängende Gewässer. In Gebieten, wo noch bedeutende Restbestände aquatischer Lebensgemeinschaften vorkommen, wäre der gesamte zusammenhängende Landschaftskomplex unter Schutz zu stellen. Eingriffe könnten so von vorneherein unterbunden werden. Örtliche Flächenverluste könnten durch Erweiterung anderer Wasserlebensräume kompensiert werden, indem eine bereits bestehende, topographisch günstige Lage ausgenützt wird.
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Letzte Aktualisierung: 23/05/2025