Mobilität und Erreichbarkeit
Der motorisierte Individualverkehr ist in Südtirol eine der Hauptquellen für CO2-Ausstoß, Verbrennung fossiler Energieträger, Lärm, leistet einen wichtigen Beitrag für die Verschlechterung der Lebensqualität in Städten und Dörfern und nimmt sehr viel wertvollen Grund und Boden in Anspruch.
Wenn die Raumplanung zum Ziel hat die Erreichbarkeit und Zugänglichkeit von essenziellen Diensten und Flächen, zu maximieren, gilt für Mobilität das Gegenteil.
Es wird das Ziel verfolgt die Mobilität bzw. den Mobilitätsbedarf, in erster Linie den Motorisierten Individualverkehr (MIV), zu minimieren. D.h. Dörfer und Städte und das Mobilitätsnetz so zu planen und zu strukturieren, dass der motorisierte Individualverkehr im besten Fall überflüssig wird.
Die Provinz Bozen gibt mit dem Landesmobilitätsplan für nachhaltige Mobilität und Logistik die Ziele, Strategien und Rahmenbedingungen für die Mobilitätsplanung in Südtirol vor. Der eigens für die Fahrradmobilität ausgearbeitete Fahrradmobilitätsplan Südtirol ist Bestandteil des Landesmobilitätsplans und legt Ziele, Strategien und Maßnahmen für die Fahrradmobilität fest.
Die Hauptziele und Vorgaben des Landesmobilitätsplans können so zusammengefasst werden:
- Erhöhung der Personenkilometer im ÖPNV um 70% bis 2030
- Erhöhung der mit der Bahn anreisenden Gäste auf 25%
- Reduktion des motorisierten Individualverkehrs um 40%

Die Gemeinden finden im Mobilitäts- und Erreichbarkeitskonzept des Gemeindeentwicklungsprogramms das Werkzeug um die oben genannten Ziele zu erreichen. In diesem Plan sollen die strategische Ausrichtung, die Ziele und Maßnahmen und der Zeitplan für die Verkehrsvermeidung und Verkehrsverlagerung festgelegt werden.
Um diese Ziele zu erreichen ist ein Paradigmenwechsel notwendig der beispielsweise durch folgende Maßnahmen umgesetzt werden kann:
- Kurze Wege für Rad- und Fußverkehr bei der Planung von Bau- und Mischgebieten berücksichtigen lt. Dekret des Landeshauptmanns 17/2020
- Bauen im Bestand bzw. Nutzung der Leerstände in zentralen Lagen um dort Wohnungen oder Tätigkeiten und Dienste vorzusehen
- Priorisierung von nachhaltigen Mobilitätsformen (Rad- und Fußverkehr, ÖPNV inkl. Flächen für Haltestellen und intermodale Umstiegspunkte, Förderung von Sharing-Mobility (u.a. zur Verfügungstellung von öffentlichen Flächen für Car-sharing)
- Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung
- Sicherheit und Qualität für den Radverkehr durch eigene Radwege, Fahrradstraßen, Radfahrstreifen, sicherer Radabstellanlagen, vorgezogene Haltelinien (ARAS), Konzept für emissionsfreie (nicht motorisierte) Zonen usw.
- Ausbau des Netztes des Öffentlichen Personennahverkehrs und Vorsehung neuer Bauzonen an den Haltestellen des ÖPNV
- Parkplatzmanagement und Einrichtung von Park & Ride Systemen. Ausarbeitung von neuen Parkplatzkonzepten um Individualverkehr weniger attraktiv zu gestalten
- Abstimmung und Integration aller lokalen Mobilitätslösungen mit dem Landesnetz, z.B. Erhebung öffentlicher Parkplätze für MaaS (Mobility as a Service)