Landesstrategieplan
Der Landesstrategieplan ist das strategische Planungsinstrument, welches vom Landesgesetz für Raum und Landschaft eingeführt wurde. Einmal in Kraft getreten, wird der Landesstrategieplan den nicht mehr zeitgemäßen Landesentwicklungs- und Raumordnungsplan (LEROP) ersetzen.
Als Koordinierungsinstrument der sektoralen Strategien wird es künftig Aufgabe des Landesstrategieplans (LSP) sein, die räumliche Entwicklung mittel- und langfristig im Einklang mit den europäischen und staatlichen Strategien zu steuern und allen weiteren Planungsinstrumenten als Orientierungshilfe zu dienen.
Partizipation spielt eine wichtige Rolle in der Ausarbeitung des Landesstrategieplans. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Regionalentwicklung von Eurac Research, ist eine Befragung der verschiedenen Interessengruppen mittels Online-Fragebogen durchgeführt worden. Die Befragung endete am 21. April 2023. Diesbezügliche Ergebnisse wurden analysiert und in einem Bericht zusammengefasst.
Raumplanung und ihre Gestaltungsprozesse
Die Raumplanung koordiniert die strategischen mittel- und langfristigen Veränderungsprozesse in der Autonomen Provinz Bozen. Ursprünglich setzte sich die sogenannte „Urbanistik“ vor allem mit dem städtischen Bereich auseinander, heute kümmert sich die Raumplanung um urbane, ländliche und regionale Herausforderungen.
Die Grundprinzipien der Raumplanung fußen in der Nachhaltigkeit, im Umweltschutz und im territorialen Zusammenhalt, mit dem Hauptziel, die Lebensqualität der ansässigen Bevölkerung zu erhöhen und nicht erneuerbare Ressourcen zu schonen.
Essenzielle Elemente der Raumplanung sind:
- Besonderes Augenmerk auf den Flächenverbrauch,
- die Auswirkungen des Klimawandels und die regionale und urbane Resilienz,
- das Verhältnis zwischen Stadt und Land,
- Management der Mobilität,
- Planung der nötigen Infrastrukturnetze,
- Wahrung der lokalen Besonderheiten und Schutz der Biodiversität
Der Prozess
Information, Dialog, Analyse, Multidisziplinarität und Ganzheitlichkeit bilden die Fundamente der Raumplanungsaktivität. Aufgabe ist es, mehrere Aspekte und Interessen in eine einzige ganzheitliche Vision oder Strategie zu vereinen. Die Aspekte Umwelt, Soziales, Wirtschaft und Kultur sind jene, die zu den territorialen Strategien führen.
Das zuständige Amt
Das Amt für Landesplanung und Kartografie bemüht sich darum die zukünftige Entwicklungsausrichtung des Landes durch den Landesstrategieplan aufzuzeigen, vollzieht die Planung der großen Gewerbegebiete von Landesinteresse sowie den Plan für Aufstiegsanlagen und Skipisten, koordiniert und trägt die großen Infrastrukturen in die Planungsinstrumente ein. Das Amt kooperiert mit anderen Landesabteilungen und -ämtern sowie mit diversen lokalen und staatlichen Körperschaften.
Weitere Informationen
150 Seiten stark ist der neue Landesstrategieplan, den die Landesabteilung für Natur, Landschaft und Raumentwicklung ausgearbeitet hat. Die Landesregierung hat (19. Dezember 2023) das Plandokument zur Kenntnis genommen und sich zugleich darauf verständigt, den Entwurf an die neue Landesregierung zu übergeben, damit diese das Genehmigungsverfahren einleiten kann.
- Siedlungsqualität, Kultur, Lebensqualität
- Landschaft, Ökosysteme, Biodiversität
- Innovation, Attraktivität, Kreislaufdenken
- Mobilität, Erreichbarkeit, Digitalisierung
- Klimawandel
- Gesundheit, Inklusion, Partizipation
lauten die sechs sektorübergreifenden Handlungsfelder, in die der LSP unterteilt ist. Innerhalb dieser Handlungsfelder werden 17 Hauptziele und 50 spezifische Ziele der Raumentwicklung festgelegt, die bis 2050 erreicht werden sollen.
Dafür sind entsprechende Umsetzungsmaßnahmen vorgesehen.
LEROP steht für Landesentwicklungs- und Raumordnungsplan Südtirol. Es handelt sich hierbei um ein Planungsinstrument, welches die Prinzipien festlegt, die eine ausgewogene und koordinierte Entwicklung der Provinz Südtirol garantieren sollen. Besonderes Augenmerk wird auf das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und ökologischen Aspekten gelegt.
Fachpläne aus dem LEROP
- Landschaftsschutz
- Bodenschutz (Landesforstplan)
- Gefahrenzonen (Gefahrenzonenplan)
- Sanität
- Soziales (Suchterkrankungen, Behinderungen, ...)
- Schulstätten (Link zur Homepage des Deutschen Schulamtes)
- Energie (Klimaplan Energie 2050)
- Wassernutzung
- Abfallbewirtschaftung
- Transport