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Naturdenkmäler

Naturdenkmal und Unesco Welterbe Bletterbach, Aldein (Archiv Amt für Natur, Foto Martin Schweiggl, 2002)
Naturdenkmal und Unesco Welterbe Bletterbach, Aldein (Archiv Amt für Natur, Foto Martin Schweiggl, 2002)

Naturdenkmäler umfassen einzelne Bäume, Quellen, Wasserfälle, naturbelassene Bachläufe, Bergseen, Fels- und Gletscherbildungen, Höhlen, Mineral- und Fossilvorkommen und geologische Aufschlüsse. Wegen Ihrer Eigenart, Seltenheit, Einmaligkeit oder ihres landschaftsprägenden Charakters sind sie erhaltenswürdig. Dies liegt im Interesse der Allgemeinheit.

Wo finden Sie Informationen zu den Naturdenkmälern in Südtirol?
  • Eine Übersicht der geschützten Naturdenkmäler Südtirols bietet das Dokument  Naturdenkmäler mit Rechtsgrundlagen (Datenbank-Export, alphabetisch nach Gemeinden geordnet)
  • Die Schutzbestimmungen der Naturdenkmäler finden sich im newPlan.
    Plantyp "Landschaftsplan" und Gebietseinheit auswählen, dann rechts oben am Bildschirm das Dokument-Symbol anklicken. Die verfügbaren Dokumente werden daraufhin in der Box "Tools" angezeigt.
  • Lage und eventuelle Abgrenzung der Naturdenkmäler sind im Geobrowser einsehbar.
    Bei Planung/Landschaftsplan das Layer "Naturdenkmäler" aktivieren und hineinzoomen.

In Südtirol gibt es weit über 1000 geschützte Naturdenkmäler. Wir stellen Ihnen nachfolgend eine kleine Auswahl besonderer Naturdenkmäler vor. 

Einige Beispiele von Naturdenkmälern in Südtirol

Mammutbäume in Fennhals (Gemeinde Kurtatsch)

Die imposanten Mammutbäume stehen an der Straße nach Fennberg, etwa 300 Meter nach dem Ansitz Fennhals. Sie sind 35 bis 40 Meter hoch, haben einen Umfang bis 4,5 Meter und sollen im Jahr 1908 gepflanzt worden sein. 

Urlärchen (Gemeinde Ulten)

Die drei Ultner Urlärchen stehen bei den „Außerlahner Höfen“, kurz vor St. Gertraud in Ulten. Sie sind die wohl beeindruckendsten und ältesten Baumnaturdenkmäler Südtirols. Ihr Alter wird aufgrund von Messungen auf 700-1000 Jahre geschätzt. Die dickste Lärche erreicht einen Umfang von 8,20 Meter.

Weinrebe (Gemeinde Tisens)

Am Fuß des Ansitzes „Katzenzungen“ in Prissian bei Tisens wurzelt eine Rebe mit gewaltiger Flächenausdehnung. Sie gilt als die größte Weinrebe Europas und bedeckt mit ihren weitreichenden Armen 350 Quadratmeter Boden. Das Alter der riesigen Rebe mit ihrem baumstarken Stamm wird von den Fachleuten auf rund 350 Jahre und älter geschätzt. Sie zählt damit zu den ältesten Rebstöcken Europas. Ihr Wachstum ist trotz des Alters immer noch rege. In guten Jahren können 700 Kilogramm Trauben geerntet werden. Der Wein der Riesenrebe (Sorte „Versoaln“) ist ein weißer Tafelwein von grünlich-gelber Farbe, zartblumigem Geruch und trocken-fruchtigem Geschmack.

Bletterbachschlucht (Gemeinde Aldein)

Ein beeindruckendes Natur- und Landschaftserlebnis bietet die Bletterbach-Schlucht zwischen den Ortschaften Aldein und Radein. Auf einer Strecke von 12 Kilometern und einem Höhenunterschied von 2000 Metern grub sich der Bletterbach in den Fels. Die Abfolge der Gesteinsschichten wurde dadurch in einem phantastischen geologischen Aufschluss sichtbar. Fossilien, verkohltes Holz und Gipsablagerungen erzählen vom Jahrmillionen dauernden Leben in Oasen, Lagunen und Meeren. Senkrechte Felswände säumen das teilweise nur wenige Meter breite Bachbett. Ein Wasserfall ergießt sich über die so genannte Cephalopodenbank ins „Butterloch“. Am Ende des Canyons erhebt sich eine 600 Meter hohe Wand zum Gipfel des Weißhorns.  Ein eigenes Informationszentrum und ausgeschilderte Lehrwege ermöglichen ein erlebnisreiches Eintauchen in 300 Millionen Jahre Erdgeschichte. Der Bletterbach ist Teil des Dolomiten UNESCO Welterbes.

Erdpyramiden (Gemeinde Ritten)

Bis zu 30 Meter ragen die höchsten Erdpyramiden Europas aus der Finsterbachschlucht, dem Rivelaungraben und dem Gasterergraben am Ritten empor. Sie sind aus dem Lockermaterial eiszeitlicher Moränen herausgewittert. Eiszeitfindlinge dienen den Türmen als Deckplatte. Wo ein Felsblock den Schutt vor Regen schützte, wurde er nicht ausgespült. Ist der Deckstein abgestürzt, so verwittert die Erdpyramide rasch. Diese bizarren Erosionsformen gelten als naturkundliche Besonderheit allerersten Ranges. Schöne Erdpyramiden befinden sich außerdem auch bei Steinegg, Kuens und Percha.

Hexenbänke und Hexenstühle (Gemeinde Kastelruth)

Das Naturdenkmal am äußersten Westrand des Puflatsches auf der Seiser Alm besteht aus fünfeckigen Augitporphyritsäulen in der Form eines Doppelsitzes. Wegen der genau für zwei Personen passenden Maße sind die Hexenbänke von Puflatsch wohl einzigartig in den Alpen. Entgegen der landläufigen Meinung dürfte diese sagenumrankte Felsformation durchaus natürlichen Ursprungs sein.
Die so genannten Hexenstühle befinden sich oberhalb Tiosels bei Kastelruth (1378 Meter). Es handelt sich um einen auffällig gespaltenen Kalkstein in Sesselform. Der Doppelsteinsitz aus Dolomit ist zirka einen Meter hoch und an Seiten- beziehungsweise Rückwand moosbewachsen. Die Hexenstühle sind als sagenumwobene, urgeschichtliche Sehenswürdigkeit allgemein bekannt.

Schluchten in St. Felix (Gemeinde Unsere Liebe Frau im Walde – St. Felix)

Die Gemeinde Unsere Liebe Frau im Walde - St. Felix am Deutschnonsberg ist reich an geologischen Naturdenkmälern, die mit Karstbildungen zusammenhängen. Schluchten, Höhlen und Dolinen sind in dieser Ausprägung und Häufigkeit für Südtirol einzigartig. Beidseitig von steil abfallenden Kalkwänden sind die Koflertal-, Höllental- und die Wassertalschlucht begrenzt. An einigen Stellen beträgt die Breite nur wenige Meter.

Gilfenklamm (Gemeinde Ratschings)

Am Ausgang des Ratschingstales verschwindet der Bach in der rund 50 Meter tiefen und etwa 400 Meter langen Gilfenklamm. Im Mittelteil stürzen die Wassermassen durch einen schmalen Schlund 15 Meter in das tief ausgekolkte Fallbecken. Durch ein rund drei Meter hohes und knapp zwei Meter breites Felsloch verlässt das Wasser diese eindrucksvollste Stelle der Gilfenklamm. Ein Schluchtweg mit Aussichtsbrücken gewährt atemberaubende Tiefblicke.

Reinbachfälle (Gemeinde Sand in Taufers)

Die Reinbachfälle in der Tobelschlucht am Eingang des Reintales eröffnen mit einem tosenden Präludium die beeindruckende Landschaftssymphonie des Naturparks Rieserferner-Ahrn. Die imposanten Wasserstürze sind die wohl bekanntesten Südtirols. Der reißende Wildbach überwindet  in einer in Granitgestein geschnittenen, engen Felsschlucht in fünf Kaskaden einen Höhenunterschied von 170 Metern.

Saldurseengruppe (Gemeinde Mals)

Die Saldurseen liegen auf 2747 bis 2922 Metern Meereshöhe westlich des vergletscherten Saldurkammes im inneren Matschertal im Vinschgau. Sie sind die höchstgelegenen Seen Südtirols.

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Letzte Aktualisierung: 10/06/2025