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Transhumanz

Transhumanz im Schnalstal (Foto: Johann Oberdörfer)
Transhumanz im Schnalstal (Foto: Johann Oberdörfer)

Die UNESCO hat die Transhumanz zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Das transnationale Erbe betrifft Italien, Griechenland und Österreich und seit 2023 auch Albanien, Andorra, Kroatien, Frankreich, Luxemburg, Rumänien und Spanien.

Seit 2019 ist die Transhumanz als transnationales Element in der Repräsentativen Liste des Immateriellen Kulturerbes eingetragen (14.COM).

Die Transhumanz ist eine alte Tradition des saisonalen Viehtriebs im Mittelmeerraum und in den Alpen. Sie hat ihren Ursprung in prähistorischen Zeiten. In Italien hat sie sich dank der grasbewachsenen Wege der „Tratturi“ verbreitet, die heute wie in der Vergangenheit Zeugnis für ein harmonisches Verhältnis zwischen Mensch und Natur und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sind.

Auf der Grundlage einer länderübergreifenden Bewerbung Italiens, Österreichs und Griechenlands hat die UNESCO 2019 den Wert dieser Tradition anerkannt und sie in die Repräsentativen Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Es wurden zwei Arten der Transhumanz anerkannt: die horizontale Transhumanz in flachen Regionen und die vertikale Transhumanz, die typisch für Bergregionen ist.

Mit der Einschreibung unterstreicht die UNESCO die kulturelle Bedeutung einer Tradition, die sich auf die Beziehung zwischen Gemeinschaften, Tieren und Ökosystemen ausgewirkt und Rituale, Feste und soziale Praktiken hervorgebracht hat, die den Sommer und Herbst prägen. Diese sind ein wiederkehrendes Zeichen für eine Tradition, die sich seit Jahrhunderten mit dem zyklischen Charakter der Jahreszeiten in allen Teilen der Welt wiederholt.

Im Jahr 2023 wurde die Anerkennung auf Albanien, Andorra, Kroatien, Frankreich, Luxemburg, Rumänien und Spanien ausgeweitet.

Südtirol

Die Schafwandertriebe in den Ötztaler Alpen sind eine besondere Form der Transhumanz, da sie sowohl Gletscher wie auch nationale Grenzen überschreitet. Jährlich werden im Frühsommer rund 5000 bis 5500 Schafe aus Südtirol nach Österreich in die Ötztaler Weidegebiete getrieben. Bei den Schaftrieben arbeiten insgesamt 70 bis 80 meist junge Männer und Frauen aus dem Schnalstal und Vinschgau als TreiberInnen. Beim Übertrieb über das Timmelsjoch ins Passeiertal sind es vorwiegend Männer aus Obergurgl, die diese Tätigkeit ausüben. Sie leben jährlich drei Monate lang in alten Schäferhütten im Ötztal, bevor sie im September mit ihren Schafen wieder nach Südtirol zurückkehren. Über viele Generationen hinweg haben sich durch die Transhumanz verwandtschaftliche, soziale und kulturelle Beziehungen zwischen den Menschen „hüben und drüben“ entwickelt.  Alte Rituale und Bräuche, wie etwa das Festlegen der Weideplätze und die Zahl der Schafe, die Bezahlung oder der gemeinsame Kirchgang vor dem Übertrieb, werden bis heute ausgeübt.

Quelle:  https://ich.unesco.org/en/RL/transhumance-the-seasonal-droving-of-livestock-01964

https://www.unesco.at/kultur/immaterielles-kulturerbe/artikel/article/transhumanz-eine-alte-tradition-des-viehtriebs-als-kulturerbe-der-menschheit-eingereicht/

Das Land Südtirol unterstützt die kulturelle Tradition der Transhumanz

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Letzte Aktualisierung: 14/10/2025